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Siegtal - Kulturlandschaft & Lebensraum

Siegtal - Kulturlandschaft & Lebensraum Der Bödinger Raum ist eng verbunden mit der Sieg und dem Siegtal. Ein besonders schöner und historisch bedeutsamer Teil dieses Tals, nämlich der Bereich zwischen Bödingen und Stadt Blankenberg, wurde aufgrund seines Charakters als "Historische Kulturlandschaft" im Jahr 2008 unter Denkmalschutz gestellt.
Schon seit langem gehören Natur- und Umweltschutz ebenso wie Heimat- und Denkmalpflege untrennbar mit der Bewahrung und Entwicklung des heimatlichen, historisch gewachsenen Lebensraums zusammen. Heimatpflege beinhaltet damit auch immer Kulturlandschaftspflege in einem umfassenden Sinne. Aber was macht eigentlich eine Landschaft zur "Kulturlandschaft"?
Dieser Begriff wird je nach Zusammenhang mit nicht ganz einheitlicher Bedeutung verwendet. Häufig wird unter Kulturlandschaft eine vom Menschen geprägte Landschaft verstanden, die aus wirtschaftlichen, sozialen, politischen, religiösen o. ä. Gründen geschaffen wurde. Wenn es sich um eine "Historische Kulturlandschaft" handelt, kommt noch hinzu, dass sie durch historische Elemente und Strukturen geprägt wurde und wird.

Denkmalbereich "Kulturlandschaft Unteres Siegtal"

Bereits 1987 wurde der Ortskern von Stadt Blankenberg unter Denkmalschutz gestellt, 1989 dann auch der von Bödingen. Aus dieser Zeit, nämlich von 1988, stammt auch eine erste Idee für ein Denkmal "kulturhistorische Landschaft", aus der später die Kulturlandschaft "Unteres Siegtal" hervorging. Die Idee wurde dann vom Heimatverein Bödingen und dem Heimatverein von Stadt Blankenberg, unterstützt durch den Heimatforscher Professor Dr. Helmut Fischer, in den folgenden Jahren und Jahrzehnten vorangetrieben.
Nach einem ersten Antrag der beiden Vereine im Jahr 1991 passierte zunächst nichts. Auch ein Bürgerantrag von 1995 hatte noch keinen nachhaltigen Erfolg. Doch dann kam die Wende: unter Federführung der Stadt Hennef und unter maßgeblicher Beteiligung der beiden Heimatvereine wurde eine Denkmalbereichssatzung erarbeitet, die 2007 beschlossen wurde. Nach Genehmigung durch die Obere Denkmalbehörde wurde das "Untere Siegtal" schließlich im Jahr 2008 unter Denkmalschutz gestellt.
Blick von Burg Blankenberg ins Siegtal bis nach Bödingen
Blick von Burg Blankenberg ins Siegtal bis nach Bödingen.
(Foto: © Stadt Hennef - Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.)

Die Kulturlandschaft "Unteres Siegtal" besteht in historischer Perspektive aus zwei Komponenten: aus Stadt Blankenberg und aus dem Wallfahrtsort Bödingen. In dieser Kombination bildet die historische Kulturlandschaft um die beiden Orte einen besonderen und schutzwürdigen Ausschnitt aus der Kulturlandschaft ringsum. Dieser vergleichsweise weiträumige Bereich soll mit einer Denkmalbereichssatzung fortan als Denkmal geschützt werden.
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Historische Kulturlandschaft
"Unteres Siegtal: Stadt Blankenberg - Bödingen"

Der Kulturlandschaftsausschnitt im Grenzbereich zwischen dem unterem Siegtal und dem mittleren Sieglauf wird als in der Verdichtung der von Menschen geschaffenen historisch bedeutsamen Spuren einzigartig und aus historischen Gründen schützenswert angesehen. Daher wurde hier erstmalig eine Landschaft mit den darin befindlichen Ortschaften zu einem wie ein Denkmal geschützten "Denkmalbereich" erklärt.
Dieser Denkmalbereich umschließt sowohl einige Ortschaften aus dem Bereich des Heimatvereins Bödingen (neben Bödingen noch die Ortslagen Driesch, Halberg und Kningelthal sowie Oberauel und Auel, jeweils einschließlich der umgebenden Freiflächen) als auch Stadt Blankenberg mit Berg, Attenberg, Hof, Neuenhof, das Naturschutzgebiet Ahrenbachtal, Stein und Haus Attenbach sowie das Tal zwischen Altenbödingen und Bödingen. Insgesamt umfasst der Denkmalbereich den Burgberg mit der Stadt Blankenberg, den gegenüberliegenden Marienberg mit Bödingen und die gesamte dazwischen liegende, beide Seiten verbindende Siegaue.
Denkmalbereich "Kulturlandschaft Unteres Siegtal"
Denkmalbereich "Kulturlandschaft Unteres Siegtal".
Die Stadt Hennef (Sieg) hat am 22.10.2007 dazu eine entsprechende Denkmalbereichssatzung beschlossen. Darin ist u. a. als Ziel der Satzung festgelegt,
  1. das historisch bedeutsame Grundrissnetz in der Landschaft,
  2. die großflächige Struktur und Topographie der überlieferten Landschaftsgestalt,
  3. die kulturhistorischen Relikte in der Landschaft,
  4. die Silhouette des Landschaftsausschnitts und der Ortssilhouetten von Stadt Blankenberg und von Bödingen sowie
  5. die charakteristischen Sichtbezüge
zu erhalten.
Zur Begründung wird in dieser Satzung angeführt, dass (Zitat) "der historisch geprägte Kulturlandschaftsausschnitt und seine historische Substanz für die geschichtliche, die siedlungsgeschichtliche Entwicklung der Region des Siegtals, insbesondere die siedlungsgeschichtliche Umgebung des Bereiches um die Stadt Blankenberg und den Wallfahrtsort Bödingen bedeutend ist, und weil aus wissenschaftlichen Gründen an der Erhaltung und Nutzung des Bereiches ein öffentliches Interesse besteht."
Blick von Bödingen über das Siegtal nach Burg Blankenberg
Blick von Bödingen über das Siegtal nach Burg Blankenberg.
Durch den Erlass der Satzung wollte und will die Stadt Hennef der erheblichen Fernwirkung der Baulichkeiten der bereits denkmalgeschützten Bereiche der Stadt Blankenberg und von Bödingen und der Ausstrahlung in die Landschaft Rechnung tragen. In der Präambel der Denkmalbereichssatzung heißt es dazu (Zitat): "Das optische Aufeinandertreffen der beiden Pole verleiht der gesamten räumlichen Situation mit dem Gegenüber von kirchlicher und weltlicher Macht eine eigene historische Aussage. Beide Orte sind heute noch nahezu unbeeinträchtigt in die sie umgebende Landschaft eingebunden. Diese Landschaft ist durch die Spuren vielfältiger historischer Nutzungsstrukturen heute noch deutlich geprägt. Durch die exponierte Höhenlage der beiden Orte ist die sie umgebende Landschaft auch optisch besonders wahrnehmbar."
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Die Sieg

Die Sieg, von der das untere Siegtal seinen Namen hat, ist das verbindende Element der Region und prägt diese ganz wesentlich. Zusammen mit ihren Nebenflüssen Bröl und Hanfbach schlängelt sie sich durch malerische Auen und Täler. Es handelt sich um einen rechten, östlichen Nebenfluss des Rheins, der sowohl durch Nordrhein-Westfalen als auch durch Rheinland-Pfalz fließt. Die Quelle der Sieg liegt in Westfalen, im Südteil des Rothaargebirges, und zwar auf dem Ederkopf-Lahnkopf-Rücken nordöstlich von Netphen-Walpersdorf. Von dort fließt sie u. a. an Siegen, den rheinland-pfälzischen Gemeinden Kirchen, Betzdorf, Wissen und Hamm, dann wieder in Nordrhein-Westfalen an Eitorf, Hennef, Siegburg und Troisdorf vorbei, bevor sie zwischen Bonn-Geislar und Troisdorf-Bergheim südlich von Niederkassel-Mondorf in den Rhein mündet. Auf ihrem rd. 155 km langen Weg sammelt sie u. a. auch das Wasser des Elbbachs, der Nister, der Agger, der Bröl und des Hanfbachs auf.
Der Name "Sieg" soll übrigens nichts mit Siegen im Sinne von Gewinnen oder Triumphieren zu tun haben, sondern möglicherweise vom keltischen Wort "sikkere" abstammen und so viel wie "schnell fließender Fluss" bedeuten.
Verlauf der Sieg
Verlauf der Sieg.
Die Sieg hat sich, nachdem sie im Zuge der Industrialisierung zunehmend verschmutzte, inzwischen durch wirksame Schutzmaßnahmen sehr gut erholt und so zu einem der fischreichsten Flüsse Deutschlands entwickelt. Unter den fast 40 inzwischen in der Sieg vorkommenden Fischarten befinden sich auch Lachse, die wieder eingebürgert wurden. Der gesamte Flusslauf weist durch seinen Strukturreichtum und die naturnahe Ausprägung geeignete Lebensräume für seltene und gefährdete Fischarten wie den schon erwähnten Lachs, aber auch für Neunauge und Groppe auf. Der Fischreichtum hat auch Graureiher und Kormorane in großer Zahl wieder heimisch werden lassen. Der Unterlauf der Sieg bis hin zur Mündung wurde bereits 1986 zum Naturschutzgebiet "Siegaue und Siegmündung", die Sieg insgesamt ist heute ein sog. "Fauna-Flora-Habitat" (eine Art europäisches Naturschutzgebiet). Die Vegetation ist sehr abwechslungsreich: von überwiegend dichten Wäldern über einen Wechsel von Wäldern und Sumpfwiesen bis hin zu einer durch Wiesen, Pappeln und Erlenbrüchen geprägten, mit Schilf, Rohrkolben und Rohrglanzgras bewachsenen Landschaft.
Die Siegaue in Höhe von Lauthausen
Die Siegaue in Höhe von Lauthausen.
Nicht zuletzt dient die Sieg auch der naturnahen Freizeitgestaltung. So ist das Befahren mit Kanus, Kajaks, Schlauchbooten und Ruderbooten bei ausreichendem Wasserstand an vielen Stellen und zu vielen Zeit erlaubt. Auch das Betreten von Uferregionen, das Wandern und Radeln an oder entlang der Sieg und sogar das Baden in der Sieg ist an bestimmten Stellen zugelassen. Allerdings kann auch die Sieg zur Naturgewalt werden, die Hochwasser der Sieg sind allgemein gefürchtet. So wurden etwa im Jahr 1909 beim bislang schlimmsten Hochwasser viele Siegbrücken durch die reißenden Fluten weggerissen, und in den Jahren danach kam es gelegentlich erneut zu Hochwasser und Überschwemmungen.
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Bröl und Hanfbach

Die Vorstellung des unteren Siegtals wäre unvollständig, wenn nicht zwei weitere Gewässer, die das Siegtal und die Landschaft um Hennef maßgeblich mitprägen und im Siegtal münden, noch kurz vorgestellt würden: der Brölbach ("Die Bröl"), der zusammen mit der Sieg den Bödinger Raum teilweise einschließt, und der Hanfbach, dem Hennef vermutlich seinen Namen verdankt.
Verlauf von Bröl und Hanfbach
Verlauf von Bröl und Hanfbach.
Die Bröl entspringt nahe Waldbröl, passiert auf ihrem rd. 45 km langen Weg die Grenze zwischen dem Oberbergischen und dem Rhein-Sieg-Kreis und mündet bei Hennef-Müschmühle von rechts kommend in die Sieg. Zusammen mit der Sieg schließt sie den Nutscheid ein, einen ostwärts bis in die Gegend von Waldbröl verlaufenden Höhenzug, der das größte zusammenhängende Waldgebiet des Bergischen Landes beheimatet. Da der Flusslauf der Bröl weitgehend natürlich bzw. naturnah und durch Flussauen, Wälder sowie charakteristische Hänge geprägt ist, wurde er 1992 zum Naturschutzgebiet.
Im Brölbachtal finden sich u. a. Eichen- und Erlenauwälder, Sternmieren-Eichen-Hainbuchen-Wälder sowie Hainsimsen-Buchenwälder. Ergänzt werden diese Waldbestände durch Waldmeister-Buchenwald. Die bedeutenden Erlen- und Erlen-Eschenauwälder und die typischen Flussufer-Hochstaudenfluren unterstreichen den besonderen Wert dieses Bachtales für die Erhaltung von vielfältigen Auenlebensräumen. Dazu kommen im Grünlandtal der Bröl noch binsenreiche Feuchtgrünländer, Nasswiesen, Seggenriede, Mädesüß-Hochstaudenfluren und kleine Röhrichte. Der Brölbach stellt als typischer Mittelgebirgsfluss Lebensräume für Lachs, Groppe, Bach- und Flussneunauge zur Verfügung.
Der Hanfbach entspringt dagegen in Rheinland-Pfalz, nämlich bei Griesenbach, durchquert auf seinem rd. 20 km langen Weg das Naturschutzgebiet "Hanfbach und Zuflüsse", das viele schutzwürdige Pflanzenarten beheimatet, bevor er schließlich im Zentrum von Hennef von links in die Sieg mündet. Bei starken Regenfällen kann sich der Hanfbach, auch aufgrund des Höhenunterschieds von über 200 m zwischen Quelle und Mündung, gelegentlich in ein reißendes Gewässer verwandeln.
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Das (untere) Siegtal und der Heimatverein

Logo des Heimatvereins Bödingen Die Bedeutung der Kulturlandschaft "Unteres Siegtal: Stadt Blankenberg - Bödingen" wurde oben bereits ausführlich gewürdigt. Speziell für den Heimatverein Bödingen resultiert die besondere Bedeutung vor allem daraus, dass er sich - gemeinsam mit dem Heimat- und Verkehrsverein Stadt Blankenberg e. V. - nicht nur dafür eingesetzt hat, die historische Kulturlandschaft unter Denkmalschutz zu stellen, sondern sich konsequenterweise - ebenso wie der Heimatverein von Stadt Blankenberg - die Bewahrung und Erhaltung dieser Kulturlandschaft zur satzungsgemäßen Aufgabe gemacht hat.

Berichte in der Chronik zum unteren Siegtal

In folgenden neueren Beiträgen und Berichten innerhalb der "Chronik" geht es um das untere Siegtal bzw. die Kulturlandschaft "Unteres Siegtal: Stadt Blankenberg - Bödingen": Weitere Quellen siehe auch: "Links".
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Weiterführende Links

Hier haben wir - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - ein paar Verweise auf externe Web-Seiten mit Bezug zur Kulturlandschaft Unteres Siegtal, zur Sieg, zur Bröl und zum Hanfbach zusammengestellt: Weitere Quellen siehe: "Links".

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