Der Heimatverein Bödingen stellt sich vor.
 
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Tradition & Brauchtum

Tradition & Brauchtum Hennef als ebenso traditionsbewusste wie weltoffene Stadt ist im größeren genauso wie der Bödinger Raum im kleineren Maßstab Heimat vieler moderner Menschen aus allen Altersstufen und Bevölkerungsgruppen, die nicht rückständig oder gar in der Vergangenheit, sondern zeitgemäß und vorwärts gewandt leben wollen. Dennoch (oder vielleicht gerade deshalb) ist vielen die Bewahrung von Kultur, Natur, Tradition, Heimat und Gemeinschaft ein wichtiges Anliegen, erst Recht in einer globalisierten Welt, in der man die eigene Identität gerne beibehalten möchte.
Der Heimatverein Bödingen leistet seit vielen Jahren und Jahrzehnten seinen Beitrag zur Heimat- und Gemeinschaftspflege und arbeitet dabei auch eng und freundschaftlich mit den Ortsvereinen und Dorfgemeinschaften im Bödinger Raum zusammen. Daneben gibt es vielfältige weitere Aktivitäten und Traditionen, die erhaltens- und erwähnenswert sind. Einige Beispiele für solche über die unmittelbare Arbeit des Heimatvereins hinausgehende Tradition und weiteres Brauchtum werden im Folgenden näher dargestellt.

Marienerscheinung, Kloster und Wallfahrt

Speziell für Bödingen als Ort und natürlich für das Kirchspiel Bödingen insgesamt ist sicher ein besonderes überliefertes Ereignis ausschlaggebend, nämlich das Aufstellen eines Bilderstocks durch Christian von Lauthausen im Jahr 1397, wozu er nach eigenem Bekunden durch eine Erscheinung der Jungfrau Maria beauftragt worden war. Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Bau einer Kirche begonnen, die 1408 fertig gestellt wurde. 1424 wurden die dort tätige Priestergemeinschaft und die Kirche in ein Augustiner-Kloster umgewandelt. In den folgenden Jahrhunderten nahm das Kloster enormen Aufschwung, der Klosterbesitz nahm ständig zu. Als 1803 das Kloster im Zuge der von Napoleon vorangetriebenen Säkularisation aufgehoben wurde, gehörten ihm 16 Höfe (die sog. "Bödinger Höfe"), zwei Mühlen sowie zahlreiche Grundstücke, Ländereien und Häuser. Parallel zum Kloster entwickelte sich auch Bödingen.
Zwar ist das Kloster seitdem Geschichte und die Klostergebäude befinden sich in Privatbesitz, aber die Kirche mit dem Gnadenbild Marias und der einzigartigen Beweinungsgruppe - der Bödinger Pietà aus dem 15. Jahrhundert (s. dazu auch "Denkmäler: Die Bödinger Wallfahrtskirche") - ist immer noch und wieder verstärkt Ziel von Wallfahrten. Sie bringen Menschen von Nah und Fern nach Bödingen, um vor dem Bild um Erlösung von seelischen und körperlichen Leiden zu beten.
Prozession zum Kompassionsfest durch das ehemalige Klostergut
Prozession zum Kompassionsfest durch das ehemalige Klostergut.
Das bis heute in Bödingen gefeierte "Kompassionsfest" (Fest der sieben Schmerzen Mariä) wurde zwar erst 1717 durch Papst Benedikt XIII. für die ganze römisch-katholische Kirche verbindlich, wurde aber im gesamten Rheinland nach Anordnung des Kölner Erzbischofs bereits seit 1423 gefeiert. Heute ist Bödingen der einzige Ort nördlich der Alpen, in dem das Kompassionsfest seitdem in ununterbrochener Folge jeweils am 4. Freitag nach Karfreitag gefeiert wird. Mag die Bedeutung Bödingens als Wallfahrtsort inzwischen auch geringer sein als zu den Hochzeiten des Klosters, so befindet sich die Bödinger Pfarrkirche "Zur schmerzhaften Mutter" dennoch nach wie vor in sehr gutem Zustand und steht zu vielen Anlässen im Mittelpunkt (vgl. "Vortrag: Lebendiges Brauchtum").
Natürlich ist die Kirche von Bödingen aufgrund ihrer exponierten Lage rundum gut sichtbar und zur Orientierung nicht nur für Pilger und Wallfahrer, sondern auch für Wanderer, Reiter, Radfahrer und Gleitschirmflieger bestens geeignet.
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Bödinger Klapperkinder

Dem Klappern als lebendigem Brauch im Bödinger Raum wurde in der Festschrift zum 75-jährigen Bestehen des Heimatvereins (s. "Übergabe der Festschrift an das Stadtarchiv") ein eigenes Kapitel gewidmet. Dort heißt es u. a., dass das Klappern in Bödingen eine uralte Tradition hat. Niemand unter den betagten alteingesessenen Bödingerinnen und Bödingern kann sich demnach an ein Jahr erinnern, in dem nicht geklappert wurde, selbst während des Krieges.
In der Festschrift wird erläutert (Zitat): "Das Klappern hat seinen Ursprung in der Liturgie der katholischen Kirche: nach dem feierlichen Gloria in der Abendmahlsfeier am Gründonnerstag in der Karwoche verstummen die Glocken, um in der Osternachtfeier nach dem Exsultet und den Lesungen festlich wieder zu ertönen." Den Kindern wurde erzählt, die Glocken seien nach Rom geflogen. Um den Gläubigen aber die sonst durch das Glockenläuten verbreiteten Informationen nicht vorzuenthalten, wurde und wird zu Zeiten, an denen sonst die Glocken geläutet worden wären bzw. würden, geklappert. Dazu werden aus Holz gefertigte Klappern verwendet, bei denen ein kleiner Holzhammer durch Auf- und Abbewegen auf ein kleines Brettchen schlägt. Das Klappern war und ist nicht zu überhören.
Früher klapperten nur Jungen, die nach ihrer Erstkommunion Messdiener geworden waren ("Klapperjungen"). Inzwischen ziehen Jungen und Mädchen gemeinsam klappernd durch die Straßen ("Klapperkinder"). Am Karsamstag ziehen die Klapperkinder dann noch mit einem Lied von Haus zu Haus, um den Lohn für ihre Mühen einzufordern:
 
Hee konn de Jonge, die jeklappert han,
die wollen och jän e paar Eier hann.
Ursprünglich waren es nämlich nur rohe Eier, die in einem Korb gesammelt wurden, inzwischen bekommen die Kinder auch Süßigkeiten, Ostereier und Geld. Wenn sie etwas bekommen, bedanken sie sich natürlich auch:
 
Mer donn uns och bedanke
un wollen us net dröm zanke.
Geklappert wurde und wird selbstverständlich nicht nur im Ort Bödingen. Auch in den anderen Dörfern des Kirchspiels Bödingen wurde geklappert, selbst wenn etwa in Driesch oder in Kningelthal nur zwei oder drei Kinder mitmachen konnten.
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Weinanbau

Was viele heute nicht mehr wissen: in der Region rund um die historische Kulturlandschaft "Unteres Siegtal: Stadt Blankenberg - Bödingen" an der Sieg blickt man auf eine rd. 1000-jährige, allerdings inzwischen nicht mehr fortgeführte Weinanbautradition zurück. Zwar wird heute - in Stadt Blankenberg - seit Mitte der 1980er Jahre wieder Wein angebaut (s. dazu: "Exkursion nach Stadt Blankenberg und ins Ahrenbachtal"). Historische Weinanbaugebiete lagen aber auch im Bödinger Raum. Folgende ehemalige Weinbergsflächen werden dazu in der Denkmalbereichssatzung für die Kulturlandschaft Unteres Siegtal als "Kulturhistorische Relikte" aufgeführt und unter Schutz gestellt:
  • in Bödingen:
    - Weinberg Silberling
  • zwischen Bödingen und Oberauel:
    - Weinberg im Hartberg
    - Weinberg im Gesetz
    - Weinberg Seidenfaden
  • zwischen Bödingen, Altenbödingen und Lauthausen:
    - Weinberg im Forst
  • in Auel:
    - Weinberg auf dem Scheid
  • sowie in und um Stadt Blankenberg:
    - Weinberg im Adscheider Berg
    - Weinberg im Talberg
    - Weinberge oberhalb des Ahrenbachs
    - Weinberge vor der südlichen Stadtmauer
    - Burgweinberg
Weinanbau in Stadt Blankenberg (2014)
Weinanbau in Stadt Blankenberg (2014).
Damals sollen sowohl rote als auch weiße Trauben angebaut worden sein. Es wird überliefert, der Wein sei zwar sauer, aber - zumindest nach damaligen Kriterien - von teils hoher Güte gewesen. Heute spielt der Weinanbau keine Rolle mehr. Andere Lebens- und Trinkgewohnheiten, die zunehmende Konkurrenz durch gute, billigere Weine aus anderen Regionen und nicht zuletzt der kaum zu gewinnende Kampf gegen Schädlinge wie Reblaus und Sauerwurm führten wohl zum Ende der Weinanbautradition.
Die Weinhänge wurden seit dem frühen 20. Jahrhundert zum größten Teil in Obstwiesen umgewandelt, die z. T. - ebenso wie die ursprünglichen Terrassierungen - noch erhalten sind. Aber auch einzelne Gewerbezweige, die in die Landschaft dauerhaft eingegriffen und so historisch bedeutsame Spuren hinterlassen haben, trugen zur Veränderung bei. Dazu gehören Wassermühlen mit zugehörigen Mühlengräben, Bergbau, Steinbrüche und natürlich der Tourismus des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts.
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Dorffeste und Veranstaltungen

Das am ehesten wahrgenommene gelebte Brauchtum drückt sich vermutlich in den zahlreichen im Bödinger Raum gefeierten, teilweise auf eine lange Tradition zurück gehenden Festen aus. Aufgrund der starken durch das Kloster, die lange Wallfahrtstradition und die katholische Kirche bewirkten Prägung gehören dazu natürlich zunächst die kirchlichen Feste, neben den Weihnachten, Ostern und Pfingsten z. B. auch Fronleichnam, Christi Himmelfahrt, Mariä Himmelfahrt, das Kirchweihfest oder auch das oben bereits erwähnte Kompassionsfest.
Daneben gibt es aber auch eine große Vielfalt an weltlichen Festen, wie etwa das jährlich im Sommer zum Kirchweihfest von der Schützenbruderschaft St. Augustinus Bödingen 1969 e. V. veranstaltete Schützenfest mit Kirmes. Oder auch das in vielen Dörfern und Weilern des Kirchspiels Bödingen jährlich betriebene "Eiersingen" zu Pfingsten und das darauffolgende Dorffest mit Verspeisen der "Pfingsteier", oft zusätzlich begleitet vom Aufstellen des Pfingstbaumes. Weiter gehört das jährliche Lauthausener Maifest oder das immer an Heilig Abend stattfindende stimmungsvolle Weihnachtssingen an der Josefskapelle in Lauthausen dazu, beides von der dortigen Dorfgemeinschaft Lauthausen e. V. organisiert. Aber auch etwas andere Feste wie etwa das Reibekuchenfest der Dorfgemeinschaft Auel bieten gute Möglichkeiten zur Pflege von Gemeinschaft und Kontakten.
Auf dem Sommerfest des Heimatvereins ist immer viel los
Auf dem Sommerfest des Heimatvereins ist immer viel los.
Selbstverständlich trägt auch der Heimatverein Bödingen auf Basis der in seiner Vereinssatzung festgelegten Ziele gerne seinen Teil zur Gemeinschaftsförderung bei, indem er im Rahmen seiner Aktivitäten z. B. jährlich
  • das seit Jahrzehnten beliebte Sommerfest für Jung und Alt,
  • eine Exkursion (geführte Wanderung) zur Erkundung des Bödinger Raums und seiner Umgebung,
  • eine Halbtages-Bustour zu interessanten Zielen in der Region und
  • die traditionelle Seniorenadventsfeier
organisiert und durchführt (s. a. "Historie" bzw. "Chronik").
Natürlich ist diese Aufzählung nicht vollständig. So müssen etwa die verschiedenen, vom Heimatverein oder von anderen veranstalteten Vortrags- und Informationsveranstaltungen ebenfalls hier erwähnt werden, genauso auch der jährliche Tag der offenen Tür der Pfarrbücherei, das Schmücken des Bödinger Weihnachtsbaums durch die Kinder der KiTa Pusteblume jeweils vor dem 1. Advent sowie viele weitere Aktivitäten. Das alles zeigt: die Gemeinschaft im Bödinger Raum lebt!
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Tradition/Brauchtum und der Heimatverein

Logo des Heimatvereins Bödingen Der Heimatverein Bödingen ist zwar kein Verein speziell zur Brauchtumspflege, aber natürlich spielt die Bewahrung von Tradition und Brauchtum bei den Zielen und vor allem bei den vielen Aktivitäten des Heimatvereins immer auch eine Rolle - nämlich im Rahmen seines satzungsgemäßen Bestrebens, das Wohl und Gedeihen des Bödinger Raums in jeder Hinsicht zu fördern. Sicher können u. a. auch schon die vom Heimatverein durchgeführten Feste zum - wenn auch jüngeren - Brauchtum im Bödinger Raum gerechnet werden, etwa das jährliche Sommerfest oder auch die Seniorenadventsfeier. In diesem Sinne unterstützt der Heimatverein Tradition und Brauchtum sehr gerne.

Berichte in der Chronik zu Tradition und Brauchtum

In folgenden neueren Berichten innerhalb der "Chronik" geht es um Tradition und Brauchtum: Weitere Quellen siehe auch: "Links".
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Weiterführende Links

Hier haben wir - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - ein paar Verweise auf externe Web-Seiten mit Bezug zur Tradition und Brauchtum zusammengestellt: Weitere Quellen siehe: "Links".

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